Mieten und Mythen in Basel und dem Rest der Schweiz

vor 9 Monaten

Die Angst, aufgrund der herrschenden Wohnungsnot keine passende Bleibe zu finden, kennen viele Wohnungssuchende.

Mieten und Mythen in Basel und dem Rest der Schweiz
Zudem spricht die Anpassung des Referenzzinssatzes auch nicht für eine rasche Erholung des Preisniveaus. Doch ist die Situation tatsächlich so ausweglos, wie es in den Medien und von bestimmten Fachverbänden kolportiert wird? Dieser Frage ist der Think-Tank Avenir Suisse in seiner kürzlich veröffentlichten Studie «Mieten und Mythen» nachgegangen. Wir blicken auf die wichtigsten Learnings und versuchen, daraus Rückschlüsse auf den Kanton Basel-Stadt zu ziehen. 

 
In einer akribischen Erhebung hat Avenir Suisse den hiesigen Wohnungsmarkt analysiert und ist dabei zu folgenden Erkenntnissen gelangt: 

  • Die Mietzinse sind insgesamt gesehen parallel zu den Einkommen gestiegen. 
  • Das Gros der Haushalte war von keinerlei Mieterhöhung betroffen in den vergangenen 20 Jahren. 
  • Die Mehrheit der Wohnungen in der Schweiz gilt als günstig*. 
  • Macht man den langjährigen Vergleich, hat sich die Leerstandsquote zwar auf 1.15 % verringert (Quelle: Bundesamt für Statistik per 1. Juni 2023), ist damit aber nach wie vor nicht besorgniserregend tief. 
  • Pro Person steht immer mehr Wohnfläche zur Verfügung, was in den meisten Fällen zu einer Steigerung der Wohnqualität geführt hat. 

Also ist die Mär von der Wohnungsnot bloss eine Erfindung von Politiker*innen? Trotz der genannten Indikatoren trifft das nur teilweise zu. Denn der Think-Tank identifiziert in seiner Studie die rückläufige Bautätigkeit als einer der Hauptgründe für eine negative Entwicklung des Angebots. Gesamtschweizerisch betrachtet, sind die Bauinvestitionen in den letzten zwei Jahren real um rund 10 % zurückgegangen. Nach Einschätzung von Avenir Suisse werden demnach zurzeit jährlich rund 10’000 Wohnungen weniger errichtet, als es bräuchte, damit die Mieten nicht stärker steigen als die Teuerung. 

In Basel-Stadt sieht die Lage gar noch düsterer aus. Zwar liegt der Kanton mit einer Leerstandsquote von 1,1% im landesweiten Durchschnitt (Quelle: Statistisches Amt Basel-Stadt per 1. Juni 2023). Aufgrund seines neuen Wohnschutzgesetzes, welches im Mai 2022 in Kraft getreten ist und im Verdacht steht, investitionshemmend zu sein, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht dabeibleiben. Die Regierung verweist nämlich darauf, dass dieser Prozentsatz schon 2024 massiv sinken dürfte, denn nur 300 weitere Wohnungen verfügen derzeit noch über eine Baubewilligung. Wie die BaZ am 11. September 2023 berichtete, hat sie die Verwaltung deshalb damit beauftragt, zu klären, welche Rolle die strengen Wohnraumschutzbestimmungen bei dieser Entwicklung spielen. Man darf gespannt sein auf die Ergebnisse dieser Prüfung. 
 

*Hier kommen die folgenden Kriterien zur Anwendung: Gemessen an der Miete oder am Preis anderer Wohnungen, relativ zum Marktpreis resp. zur Marktmiete, gemessen am Einkommen eines Haushaltes, relativ zu den Erstellungskosten. 

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